Vito von Eichborn

Vito Eckart Eduard Moriz von Eichborn (* 7. Dezember 1943 in Magdeburg; † 6. März 2023 in Malente[1][2]) war ein deutscher Verleger aus dem Adelsgeschlecht Eichborn.

Werdegang

Der damalige Journalist und Lektor des Fischer Verlags gründete 1980 zusammen mit Matthias Kierzek, Miteigentümer der Fuldaer Verlagsanstalt, in Frankfurt am Main den Eichborn Verlag. 1989 übernahm Eichborn die von Hans Magnus Enzensberger herausgegebene Reihe Die Andere Bibliothek des Greno-Verlags. 1992 wurden zusätzlich Merchandising-Produkte (vor allem rund um das Kleine Arschloch von Walter Moers) ins Programm aufgenommen. Weil die 50:50-Partner strategisch unterschiedlicher Meinung waren und um seine hohen privaten Schulden zu tilgen, verkaufte Vito von Eichborn 1995 seine Verlagshälfte an Kierzek. Vorerst arbeitete er als Berater, Betreuer des Werks von Walter Moers und Lektor weiter im Verlag, bis er 1997 ganz ausstieg. Anschließend wurde er Geschäftsführer beim Rotbuch Verlag und bei der Europäischen Verlagsanstalt.

Im Mai 1999 kaufte Vito von Eichborn den Europa Verlag für die damalige Senator Entertainment AG aus Berlin und verlegte den Sitz des Verlages nach Hamburg. Wie bisher verlegte er Literatur und Unterhaltung, populäre Sachbücher und Humor. Besonders erfolgreich wurde seine Werkausgabe von Noam Chomsky. Als Senator 2004 in Konkurs ging, übernahm Eichborn im Wege eines Management-Buy-out zusammen mit Arne Teutsch den Verlag. Im August 2005 verließ er allerdings das Unternehmen ganz und übergab seine Anteile an Teutsch.

Vito von Eichborn war daraufhin selbständig als Publizist tätig, als Herausgeber, Lektor, literarischer Agent und Autor. Er lebte in Malente-Timmdorf und war Vater eines Sohnes (Thimon von Eichborn; * 1967).[3]

Er gründete den Verlag Vitolibro,[4] in dem er zunächst „zu Unrecht vergriffene Bücher“ veröffentlichte. Seit 2016 besteht der Schwerpunkt des Verlags aus norddeutschen Regionalia.

Veröffentlichungen

  • Mein Mallorca, Mare Verlag, 2013 ISBN 978-3-86648-183-1
  • 111 Orte zwischen Lübeck und Kiel, die man gesehen haben muss, Emons Verlag, 2016 ISBN 978-3-95451-339-0

Literatur

  • Kein Risiko scheuend. Vito von Eichborn gehörte zu den unverwechselbaren Charakteren der Buchbranche. Weggefährten erinnern sich in Nachrufen. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. Bd. 190 (2023), Heft 11, 16. März 2023, S. 22.
  • Literatur von und über Vito von Eichborn im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • vitolibro.de
  • Vito von Eichborn über Kopieren: Hemmungslos erfolgssüchtig (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive). In: Börsenblatt, 16. Juni 2005
  • Vito von Eichborn: Was zählt, ist der eigene Geschmack (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive). In: Börsenblatt, 3. März 2005
  • Büchermarkt vom 8. März 2023: Wolfgang Hörner zum Tod des Verlegers Vito von Eichborn
  • Frankfurter Allgemeine Feuilleton vom 8. März 2023: Nachruf auf Vito von Eichborn. Dann übertrieb ich alles, von Jan Wiele
  • Zum Tod von Vito von Eichborn. Ein Nachruf von Bodo Horn-Rumold im BuchMarkt

Einzelnachweise

  1. Verleger Vito von Eichborn ist tot: »Kleines Arschloch« und Andere Bibliothek. In: Der Spiegel. 8. März 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. März 2023]). 
  2. NDR: Der Verleger Vito von Eichborn ist tot. Abgerufen am 8. März 2023. 
  3. Über mich. In: Vitolibro.de. Abgerufen am 8. März 2023. 
  4. Aktuelle Neuerscheinungen bei vitolibro. Abgerufen am 8. März 2023. 
Normdaten (Person): GND: 109338847 (lobid, OGND, AKS) | LCCN: n79044578 | VIAF: 32564786 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Eichborn, Vito von
KURZBESCHREIBUNG deutscher Verlagslektor und Verleger
GEBURTSDATUM 7. Dezember 1943
GEBURTSORT Magdeburg
STERBEDATUM 6. März 2023
STERBEORT Malente