Verbrüderungsbuch

Verbrüderungsbuch aus dem Stiftsarchiv St. Gallen.

Als Verbrüderungsbuch bezeichnet man Verzeichnisse der mittelalterlichen Klöster, in denen Gebetsbrüderschaften aufgezeichnet sind. Sie enthalten also Namenslisten der Stifter und Wohltäter eines Klosters sowie von Personen, die mit einem Kloster in enger geistiger Bindung standen, so dass ihrer in den mönchischen Gebeten gedacht wurde.

Geschichte

Die ersten Verbrüderungsbücher wurden im 8. Jahrhundert angelegt. Sie wurden bis ins 13. Jahrhundert fortgeführt. Nekrologien sowie Jahrtags- oder Jahrzeitbücher sind in vieler Hinsicht ihre Nachfolger. Als mittelalterliche Bezeichnungen sind Liber vitae oder Liber memorialis belegt, neuer ist der Begriff Liber confraternitatis.

Die Verbrüderungsbücher sind eine reichhaltige personengeschichtliche und sprachhistorische Quelle zur Geschichte des frühen Mittelalters. Die Erforschung der Verbrüderungsbücher wurde maßgeblich von Gerd Tellenbach angeregt und von Joachim Wollasch und Karl Schmid fortgeführt.[1]

Siehe auch

Literatur

  • Franz Beyerle: Die Fratres de Friburch im St. Galler Verbrüderungsbuch. In: Schau-ins-Land. Bd. 72, 1954, ZDB-ID 128267-0, S. 11–16.
  • Christian Folini: Verbrüderungsbuch. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Paulus Piper (Hrsg.): Libri Confraternitatum Sancti Galli Augiensis Fabariensis (= Monumenta Germaniae Historica. Antiquitates. Necrologia Germaniae. Supplementbd.). Weidmann, Berlin 1884 (Nachdruck. ebenda 2001, ISBN 3-88612-009-0), (Das Verbrüderungsbuch von St. Gallen mit Kommentar).
  • Dieter Geuenich: Art. Verbrüderungsbücher. In: Südwestdeutsche Archivalienkunde, Stand: 10. Oktober 2017.
  • Veröffentlichungen zu Verbrüderungsbüchern im Opac der Regesta Imperii

Fußnoten

  1. Dieter Geuenich: Art. Verbrüderungsbücher. In: Südwestdeutsche Archivalienkunde, 10. Oktober 2017, abgerufen am 5. März 2022.